GESELLSCHAFT FREIE VOGTLÄNDER DEUTSCHLANDS

Einheimische und reisende Bauhandwerker

Reiseberichte
Tröstau

 

Blockhaussauna

 

Eines schönen abends im September saß ich mit Kamerad Purucker beim Bier auf Penne Tröstau. Wir redeten darüber, wie toll es sei jetzt sowas in Tröstau zu haben und was man noch alles für die Penne brauche. Und logisch so kamen wir auf die Sauna im Garten. Aber im Grunde war die Idee dahinter die Penne, welche schachtübergreifend ist, für Gesellen attraktiver zu machen.

 

 

Im Januar dieses Jahres organisierten wir einen Baumfäll-Kurs, bei diesem fällten wir die Stämme für die Sauna. Kam. Loyo und Kam. Wiener schälten die Stämme dann von Hand und hatten danach Zitat: „Oberarme wie Rambo!“. Den Bayrischen Rundfunk fragte ich noch ob sie unser Projekt vom Fällen der Bäume bis zum Bauen begleiten möchten und sie sagten zu. Kamerad Stefan Magdalenc war mit beim Fäll-Kurs dabei und gab mir seinen Schnack mir zu helfen. So planten wir einen Monat vor Beginn der Bauphase, soweit es halt ging, wie wir die Sache finanziell stemmen wollen und wie viele Leute wir brauchen. Außerdem klapperten wir im Voraus verschiedene Firmen ab zwecks Werkzeug und Geld. Bei der Firma Kox bekamen wir Motorsägen-Schwerter und Ketten. In Künzelsau bei Würth trafen wir die Chefin Bettina Würth im Eingangsfoyer. Diese sagte wir sollten uns einfach aus ihrem Sortiment Werkzeug und Maschinen aussuchen. 

 

 

Am 1. Juni ging es los mit dem Bau. Die Gesellen Kam. Kleisa, Kam. Stein, Kam. Schwebe und Kam. Kölln stießen nach und nach dazu. Vier Gesellen arbeiteten immer an der Sauna zwei organisierten Material und Verpflegung. Einen Ofen hatten wir schnell organisiert Material technisch ging auch einiges an Holz, Ziegeln und auch die ein oder andere Kiste Bier. Einen Bagger zum Aufrichten bekamen wir auch geliehen und geliefert. Des Weiteren sponserte uns die Markgraf-Stiftung, sodass wir finanziell über die Runden kamen. Mit Blockbau an sich hatte nur ich ein wenig Erfahrung von einer Reise von vor Tippelei nach Sibirien, aber wir lernten es miteinander und durch Tipps und Tricks von Kam. Olaf Lanz, den wir vorher zu Rate gezogen hatten.

 

Beim Blockbau mit Naturstämmen passt man jeden einzelnen Stamm an den darunterliegenden an. Man richtet ihn möglichst parallel zum unteren Stamm aus. Dann kopiert man die Konturen mit Hilfe des Scribers, einem Blockhauszirkel, auf den oberen Stamm. Jetzt wird der Stamm mit der Kettensäge und dem Hohldechsel, wahlweise auch nur mit der Kettensäge, ausgearbeitet. Das macht man Lage für Lage, Stamm für Stamm. Es dauerte einen Moment bis alle eingearbeitet waren aber nach kurzer Zeit wurden Präzision und Tempo besser. Das Grundgerüst bauten wir auf dem Holzplatz von Kamerad Christian Purucker, weil wir dort von allen vier Seiten gut mit dem Stapler fahren konnten. Nach gut drei Wochen richteten wir dann im Garten von Penne auf. Am Abend spendete die örtliche Lang-Bräu Brauerei uns das Bier für unser rauschendes Richtfest. Dann halfen wir noch mit in Christians Zimmerei und arbeiteten parallel an unserem Projekt weiter.  Kam. Pagano und Kam. Weibhauser halfen uns vorher noch die Tür zu bauen bevor dann Einweihung der Sauna war an der Kunstkirchweih in Tröstau bei der wir auch ausstellten. Zu dritt bauten wir Saunabank, Roste für den Boden und installierten den Ofen um dann am 19. August das erste mal bei 100°C zu saunieren.

 

 

Ich Möchte mich bei allen Gesellen bedanken die mit an diesem Projekt gewirkt haben. Insbesondere Kam. Magdalenc, Kam. Purucker und Kam. Kleisa die vom Baumfällen bis zur Vollendung mit dabei waren. Es war auch toll zu sehen wie einen die Leute unterstützt haben. Gerade in puncto Öffentlichkeitsarbeit haben wir mit der Sauna nicht nur in der Region im Fichtelgebirge die Wanderschaft wieder ein wenig präsenter machen können. Für mich war es ein sehr schöne und lehrreiche Zeit.

Fixes schwitzen

 F.V.D. Marco Müller