GESELLSCHAFT FREIE VOGTLÄNDER DEUTSCHLANDS

Einheimische und reisende Bauhandwerker

Reiseberichte
Tasmanien & Australien

Sehr spontan und kurzfristig haben FVD Lutz B. und ich beschlossen, dass wir nach Australien wollen.  Mit den Tickets in der Tasche besuchten wir noch den Neujahrsempfang auf der Bude Mainz und zwei Tage später ging es übern großen Teich in die Fremde.

Über Dubai mit kurzem Aufenthalt ging es Richtung Perth als Zwischenstopp an die Westküste und endlich nach Melbourne.

Dort angekommen brauchten wir erstmal eine Beiz um etwas zu schmoren. Kamerad Beni und ich beschlossen dann weiter nach Tasmanien zu ziehen und unseren einheimischen Alfred Buchinger zu besuchen. Mit der „Spirit of Tasmania“ setzten wir über Nacht rüber.

 

Um sieben Uhr Ortszeit in Devenport angekommen, mit zu wenig Schlaf,  erstmal ein Original australisches Frühstück genossen. Das heißt hier, viele Bohnen, Bacon, Toast und Eier. In Tasmanien konnten wir feststellen, dass das Trampen gut funktioniert. In wenigen Stunden waren wir bei unserem Einheimischen Buchinger der uns gleich zünftig ausgeschenkt und sich riesig gefreut hat. 

 

 

Wir haben mit Alfred abgemacht dass wir erstmal hier bleiben für Kost und Logis.

Die Scheniegelei auf seinen Hof und in seiner Schreinerei machte sehr viel Spaß. Brennholz machen, Holz rücken, Veluxfenster einbauen, viele Pausen und die Landschaft genießen. 

Nach ein paar Tagen Aufenthalt mit vielen eindringlichen Belehrungen über Schlangen und Spinnen, erkundeten wir den umliegenden Dschungel nach Stenzen. 

 

Einmal wollten wir mit Alfred Möbel ausliefern helfen. Die Fahrt nach Hobart ging nicht lange, da fing plötzlich der LKW zum Brennen an. Da standen wir auf dem Tassi-Higway nach Hobart. Das Feuer von der Gelenkwelle ging glücklicherweise dann doch von selber aus, doch der LKW war nicht mehr fahrtüchtig. 

Unser Kam. Alfred musste sehr lange telefonieren um jemanden zu organisieren der uns abschleppte. In Lillidayle kamen wir dann doch irgendwann an und völlig ausgetrocknet wurde erstmal ein „Kaltes“ geschmort. 

Alfreds Sohn Benni nahm uns an einem Wochenende mit auf ein Festival „Bender in the Garden“ naja ein Hippie-Fest. Haben das Beste draus gemacht.  

Alfred hat uns auch mal das Auto seiner Tochter geliehen um eine Woche die Insel zu erkundigen. Das erste Ziel war the Bay of Fires ein sehr schöner Strand an der Ost-Küste Tasmanien´s, so zogen wir Tag für Tag von Strand zu Strand von Nationalpark zu Nationalpark(Wineglassbay, Honeymon Bay, Devil Kitchen, Sleppy Bay, Tasman Arch, Blowhole, Mth. Mangana 571 m und Brunny Island). In dieser Woche besichtigten wir noch ein Sägewerk. Der Chef dort war sehr begeistert von uns und zeigte uns die Firma mit größter Freude. 

Das Highlight auf diesem kurzen Wochentrip war der Besuch auf einer Baustelle wo gerade Zimmerer ein Haus richteten, ganz nach dem Motto „Stumpf ist Trumpf“.  

Nach dieser Woche fingen wir an mit unserem Projekt „Betontreppe“. Nach kurzer Planung mit Alfred und Felli ging es ans Einschalen und Eisenflechten der Wangen. 

 

 

Die Treppenstufen wurden separat in Formen gegossen und später auf die fertigen Wangen aufgelegt, wie geplant waren wir am Freitag mit dem Projekt fertig. 

Nach sechs Wochen Aufenthalt bei Alfred schnürten wir unsere Charly´s und nach ein paar Abreisehumpen  ging es weiter.

 

 

Die einheimischen Gesellen dort haben uns immer dringend davon abgeraten per Anhalter in Australien zu trampen. Erstens weil es zu heiß und noch dazu verboten ist. Wir wollten aber einige besondere Orte besuchen und unser Glück versuchen daher mieteten wir für 30 Tage ein Auto. 

Richtung Norden hoch der Ost-Küste entlang, genossen wir die Landschaft. Wir lernten dann doch einen Tramper kennen den wir auch mitgenommen haben. Er bestätigte, dass das Trampen verboten ist und er auch größte Schwierigkeiten habe mitgenommen zu werden. 

Unser neuer Bekannter „Lenni“ gab uns seine Heimadresse und hat uns zu sich eingeladen wenn wir in Mackay sein sollten.

 

Wir verbrachten noch ein paar Tage am Strand, besichtigten Capricorn Caves  das waren wunderbare Höhlen und viele Aussichtsplätze. Leider regnete es immer, so kam  uns die Einladung von Lenni sehr gelegen. Kurzentschlossen fuhren wir mal kurz nach Mackay. 

Die kurzen Strecken haben in Australien immer eine andere Bedeutung und bedeuten immer mindestens 200 km.  

Im Osten angekommen wollten wir auch das berühmte Great Barrior Reef sehen. Jedoch zwei große Stürme machten uns einen Strich durch die Rechnung. So blieben wir einige Tage bei Lenni und zogen nach einer Woche weiter Richtung Westen um die großen Farmen und Kohlewerke zu sehen. Beeindruckt durch das weite Land ging es wieder an die Ost-Küste nach Byron Bay zurück. Dort ist auch der bekannte Treffpunkt und Sammelplatz für Rucksackreisende und Wandergesellen. Es überraschte uns daher nicht, dass uns vier rechtschaffende Zimmerer unseren Weg kreuzten. Wir haben die Schiedis wie es sich gehört zünftig ausgeschenkt und sie waren sich nicht zu schade, mit den  „Spinnern“ einen zünftigen Abend zu verbringen. 

 

In Harrington haben wir jemanden kennengelernt (Kluftbonus) der uns gleich in sein Haus eingeladen hat. Dort haben wir seinen maroden Balkon repariert.

Das Fischen gehört zum ruhigen Tagesablauf von Ian und Känguru auf dem Speiseplan war selbstverständlich wie bei uns Schwein. Sehr beeindruckt haben mich die Delfine, die mit den Wellen surften. Ein wunderschönes Naturschauspiel. Eine erlebnisreiche Woche bei unseren Gastgeber Ian. Wir lernten viel von ihm, denn er erklärte vieles über Australien und über die Bewohner dieses Landes. 

Wir nahmen Abschied bei strömenden Regen und kamen in der Nacht in Sydney an. Dort besuchten wir unseren Freund Marius der als Bierbrauer dort arbeitet. Wir waren dort fast zwei Wochen in Narellan seine Gäste. 

In Melbourne beendeten wir unsere Australienreise und haben zum letzten Mal angestoßen auf dieses unvorstellbare große Land. Die vielen Menschen die uns offen aufgenommen haben und uns so vieles zeigten. Die uns unterstützten und uns Türen öffneten für viele neue Eindrücke. Sicherlich auch ein Verdienst der Kluft.

 

F.V.D Fischer Martin