GESELLSCHAFT FREIE VOGTLÄNDER DEUTSCHLANDS

Einheimische und reisende Bauhandwerker

Reiseberichte
Russland

Planlos in Russland

 

Angefangen hat alles damit, dass ich und mein Reisekamerad dem mitteleuropäischen Winter entfliehen wollten. Auf der Liste stand unter anderem Südamerika, da gab es ein Arbeitsangebot für Trinidad- Tobago. Da wir aber die Anmeldefrist nicht einhalten konnten, mit dem ganzen Papierkrieg und so, entschieden wir: Südamerika im Winter kann ja jeder! und erinnerten uns an ein Arbeitsangebot in Russland, was eigentlich für letzten Sommer galt, so viel wir wussten, sich aber noch niemand gemeldet hat.

Nach ein paar Telefonaten fanden wir raus das die Eltern der Freundin von einem Freund eines Einheimischen Kamerad, ein Haus gekauft haben, dieses am Umbauen sind und das Angebot noch steht. Russland im Winter, erlebt ja auch nicht jeder und klingt auf jeden Fall interessant.

 

Um dem ganzen Hände und Füsse zu geben, besuchten wir die Tochter und ihren Freund der auch den ganzen Kram mit Flug und Visum organisieren und auch finanzieren wollte in Österreich, und vereinbarten, bei dem ein oder anderen Bier, sofern es mit dem Visum klappt, uns mit Natalia (Tochter) in Moskau zu treffen und gemeinsam zu ihren Eltern fahren, da die weder Deutsch noch Englisch sprechen.

Und so ging es am 18.01.2015 mit dem Flieger nach Moskau.

Abends um 22 Uhr in einem Land angekommen, wo man weder die Sprache versteht noch die Schrift lesen kann. Und wenn du denkst zumindest in der Hauptstadt spricht der eine oder andere Englisch, hast du dich getäuscht, auch weder in der Metro noch sonst wo ist etwas auf Englisch angeschrieben. Irgendwie haben wir es dann doch noch Richtung Zentrum geschafft.

Da wir noch 2 Tage Zeit hatten bis wir uns mit Natalia trafen, suchten wir uns eine billige Übernachtungsmöglichkeit. Die nächsten 2 Tage besichtigten wir Moskau und besuchten die Deutsche Botschaft die sich über unseren Besuch sehr freute.

Vergeblich aber suchten wir so etwas wie eine Touristeninformation. Dort wo sie angeschrieben war wurden wir von einem Sicherheitsmann wieder nett heraus gebeten und er Verwies uns an eine Telefonnummer die draussen, an einem Fresszettel an der Tür befestigt war.

Angerufen haben wir natürlich NICHT !!

 

Frühmorgens um 6.30 Uhr bei minus 18 °C trafen wir uns dann mit Natalia am Bahnhof, wo sie uns  die Bustickets irgendwo neben dem Bahnhof, von einem geparkten, mit einem Notstromaggregat betriebenem VW-Bus besorgte. Das Ganze ist irgendwie halb legal. Offiziell verboten, trotzdem nutzt es jeder, da diese Busse billiger sind als die offiziellen Züge und auch mehrmals am Tag fahren. Auf jeden Fall würde man als Tourist niemals mitkriegen das der VW- Bus eine Ticketverkaufsstelle ist. Die Erfahrung haben wir aber nicht zum letzten Mal gemacht, da in Russland die Dinge öfters nicht so sind wie sie Scheinen. Nach einer sieben Stündigen Busfahrt kamen wir in Lipetzk an wo wir das Taxi nach Tjuschefga nahmen, da der Bus erst wieder abends gefahren wäre. Dort angekommen wurden wir von Natalias Eltern herzlich empfangen und lernten schon die erste russische Regel kennen: Egal was du trinkst, du musst dazu etwas essen und egal was du isst du musst dazu etwas trinken. Die erste Nacht schliefen wir noch bei den Eltern in der Wohnung, danach zogen wir auf die Baustelle in ein halbfertiges Zimmer um. Essen und Duschen konnten wir immer bei den Eltern. Für Aussenarbeiten war es noch zu kalt und es lag noch zu viel Schnee, also erledigten wir die nächsten 2 Wochen Innenarbeiten, wie z.B. neue Fussböden verlegen und liessen es uns abends bei selbstgemachtem Wein vom Vater und russischer Hausmannskost von der Mutter gutgehen. Und von Natalia bekamen wir fast jeden Abend Russischunterricht. Wir kamen dann auch schon die ersten male in den Genuss von “ Samagon “ was so viel heisst, wie “Selbstgemachter“.

Je nachdem, verdammt hinterhältiges Zeug!

 

 

Nachdem alle Innenarbeiten erledigt waren, sollte es eigentlich dem alten Dach an den Kragen gehen, da dies schon in die Jahre gekommen war.

Allgemein kann man sagen, dass die russische Bauweise ziemlich spartanisch ist und die Optik interessiert eigentlich kein Schwein. Es wird meistens nach bestem Wissen und Gewissen  und nach jeweiliger Möglichkeit gebaut. Da es aber immer noch schneite, zeichneten wir einen Abbundplan, erstellten eine Materialliste, was der Bauherr alles noch besorgen sollte und vereinbarten, das wir Ende März wieder kommen, in der Hoffnung, dass dann besseres Wetter ist. Da wir so oder so vorhatten ins Landesinnere gegen Osten zu reisen, traf es sich gut, dass der Bruder von Natalia mit seiner Familie in Ekaterienburg lebt. Auch er hätte gewisse Arbeiten in seiner Wohnung, die wir erledigen könnten.

Weil Zugfahren in Russland praktisch nichts kostet und man beim russischen Autofahrstil nicht wirklich trampen möchte, da es sich bei den Verkehrsregeln eher um Richtlinien handelt und jeder fährt wie er will, besorgten wir uns Zugtickets und reisten von Tjuschefka ab. Natürlich nicht ohne   “ Fresspaket “ von Mutti was locker für 2 Tage reichte, (Wenn wir nicht dankend abgelehnt hätten, hätte sie uns die halbe Küche eingepackt) und einer Liter Flasche Samagon von der Nachbarin.

Nach einem 2 Tätigen Aufenthalt in Wolgograd (auch dort trafen wir nur einen einzigen Mensch der die Sprache der Engländer beherrschte), ging es mit dem Zug weiter nach Ekaterienburg.

 

Zugfahrten in Russland: ein Erlebnis für sich!!

Ein Wagon mit ca. 10 offenen sechser Abteilen, links immer vier Betten, in der Mitte einen Gang und rechts nochmal 2 Betten übereinander. Viele fahren eine Strecke von ein bis zwei Tagen, Fenster zum Lüften gibt es nicht, draussen sind minus Grade und innen heizen sie auf “angenehme“

27°C. Zum Glück gewöhnt man sich ja schnell an Gerüche. Trotzdem macht es Spass.

Es gibt in jedem Wagon mindestens einen der richtig voll  ist und meistens den ganzen Wagon unterhält. Einer kam sogar auf die lustige Idee, sich in seinem Rausch an der Notbremse festzuhalten, zum Glück stand der Zug in diesem Augenblick im Bahnhof!   

 

In Ekaterienburg erwartete uns der Bruder von Natalia und wir folgten ihm ohne uns zu unterhalten, da auch er kein Wort englisch sprach. Zum Glück sprach die Tochter dann wennschon ein wenig englisch. Auch dort wurden wir mit einer Selbstverständlichkeit herzlich Aufgenommen.

Eine Woche lang teilten wir uns zu fünft ein zwei Zimmer Apartment, Küche inbegriffen.

Am Anfang wussten sie glaube ich nicht so recht was mit uns anfangen. Als wir aber Erwähnten dass wir weiterreisen, wenn wir nicht für sie arbeiten können, besorgten sie neuen Laminatboden und neue Tapeten.

 

Nach einer weiteren Woche russischer Gastfreundschaft, zog es uns weiter gegen Osten in die nächste Stadt Tobolsk. Natürlich nicht ohne mit Essen und Trinken vollgestopften Charlie`s.

Bei schönstem Wetter und “ angenehmen“ minus 27°C begaben wir uns auf die Suche nach einer  Schlafgelegenheit. Fast unvorstellbar, aber irgendwie muss man uns angesehen haben das wir nicht von hier sind, denn nach dem wir ca. eine halbe Stunde der Strasse entlang gingen, hielt ein Auto und eine Frau meinte wir sollen einsteigen. Naja, besser als laufen. Da sich unser russisch noch in Grenzen hielt haben wir sie nicht wirklich verstanden, aber ich glaube sie erklärte uns für verrückt und schimpfte uns das wir für diese Jahreszeit viel zu wenig anhatten. Zugegeben, warm war es ja wirklich nicht!! Die gute Frau fuhr uns dann zu einem Hostel in welchem wir uns kurz wärmten, dann aber gleich wieder rausgingen die Stadt besichtigen.

Minus Grade sind nicht zu unterschätzen!! Nach ca. Einer Stunde draussen, bemerkte mein Reisekamerad, dass mein Ohr irgendwie komisch aussah. Tatsächlich war es weiss und ich spürte es nicht mehr. Also ging es ab ins Kaffee, aufwärmen. Nach einer Weile Massieren habe ich es wieder durchblutet bekommen. Daraufhin fing es an zu schmerzen und die nächsten Tage bildete sich eine Kruste. Zum Glück ist alles wieder verheilt, war aber doch kurz vor knapp.

 

 

Tobolsk war auf unserem ganzen Russlandtrip die schönste Stadt, da es unter anderem auch so etwas wie eine “Altstadt“ gab wie man es sonst nirgends findet. Doch nach zwei Tagen hat man auch dort alles gesehen und wir zogen weiter nach Omsk.

 

Nach einer ziemlich anstrengenden Zugfahrt und einem noch anstrengenderem Zwischenaufenthalt am Bahnhof, aufgrund bekloppter und betrunkener Russen, suchten wir in Omsk vergeblich nach etwas Sehenswürdigem oder zumindest Interessantem. Jedoch fanden wir per Zufall ein Irish Pub, frisch eröffnet von zwei verrückten Brüdern und der eine oder andere Gast sprach sogar englisch!

An dem Abend mussten wir ziemlich viel “gedacht“ haben, denn am Morgen darauf brummten unsere Schädel tierisch und wir verliessen unsere Unterkunft nur um Nahrung zu uns zu nehmen und Zugtickets nach Novosibirsk zu besorgen, da Omsk gar nicht mal so toll war.   

 

Nach einer gemütlichen Sonntagszugfahrt mit einem Wagon praktisch für uns alleine, erreichten wir abends Novosibirsk, wo wir erst einmal drei Stunden bei minus 15°C umherirrten um eine Unterkunft zu suchen. Am Tag darauf besuchten wir das deutsche Konsulat bei welchem wir auch mit Freude vom Konsul empfangen und auf ein Mittagessen eingeladen wurden. Nebenbei erwähnten wir das wir auf Arbeit suche wären, da  Stadtbesichtigungen Tag für Tag sehr schnell langweilig werden. Nach einem Telefonat des Konsuls hatten wir dann tatsächlich am nächsten Tag um 11.00 Uhr bei einem befreundeten Bauunternehmer einen Termin.

Ab da wurde es verdammt kurios, darum erzähle ich hier kurz ein wenig detaillierter:

 

Punkt 11.00 Uhr standen wir beim Chef eines 3000 Mann Baukonzerns im Büro. Er war begeistert von unserer Tradition und versicherte uns, dass er Arbeit für uns hat doch aufgrund seiner schlechten englischen Sprach-Kenntnissen organisierte er einen Dolmetscher.

 Als erstes stellte sich in dem Gespräch heraus, dass wir in einem 16 Bettzimmer eines Hostels schlafen und das auch noch mit Kasachen, was er kaum fassen konnte. Und noch bevor wir irgendetwas sagen konnten bot er uns ein Apartment an. Wir wollten ihm erst erklären, falls wir nicht für ihn arbeiten können, würden wir weiterziehen. Aber wie wir es so oft bei den Russen erlebt haben: „Sie hören einfach nicht zu!!! “

 

Die Personalchefin prüfte zwischenzeitlich unsere Visen und es stellte sich heraus, dass es sich anstatt der erforderlichen Arbeitsvisas nur um Businessvisas handelte.

Er meinte er können uns nicht unangemeldet Arbeiten lassen, da er einen Sitz im Stadtrat hat und sein Vater im Landrat ist, aber wenn wir es als Praktikum tarnen, sollte dies kein Problem darstellen.

Er bestellte uns einen Wagen mit Chauffeur, damit wir uns die Fabriken anschauen und uns dann eine Arbeit aussuchen können. Der Dolmetscher begleitete uns selbstverständlich. In der ersten Fabrik angekommen ,die Holzfenster und Türen herstellte wurden wir vom Produktionsleiter empfangen und zum Fabrikchef geführt welcher uns zum Essen einlud inklusive Firmenführung und danach hatten wir auch schon Feierabend.

Wir wurden ins Hostel gefahren wo wir “Auscheckten“ und weiter Richtung Apartment fuhren. Bevor wir das Apartment erreichten macht wir halt bei einem Nobelrestaurant, wo wir schon erwartet und in eine VIP Lounge  geführt wurden, in welcher das Dreigängemenü schon angerichtet war.

Wohlgemerkt war der Dolmetscher noch immer bei uns, kostet ja nichts so ein Dolmetscher.

Schon da fragten wir uns mehrmals was das Ganze soll, für so zwei dahergelaufene Wandergesellen.

Nach dem Essen warteten wir noch auf eine Frau, die für uns einkaufen war und das Apartment herrichten soll. Im Apartment angekommen richtete sie alles ein, der Dolmetscher sagte der Chauffeur hole uns morgen um 7.30 Uhr ab, er würde auch hier sein und die beiden Verabschiedeten sich. Nun standen wir da, in einer frisch renovierten Wohnung und verstanden die Welt nicht mehr. Wir warteten eigentlich nur darauf das gleich ein Kamerateam reinkommt und fragt: „ Verstehen sie Spass? “.

Frühs um 8.00 Uhr klingelte es und der Dolmetscher stand mit dem Chauffeur bereit. Da wir üblen Stau hatten, kamen wir erst um ca. 10.00 Uhr in der Firma an. Dort warteten wir noch ca. eine dreiviertel Stunde bis der Verantwortliche kam. Der meinte wir können ein Büro neu tapezieren.

Naja, besser als nichts, dachten wir und machten uns an die Arbeit. Der Dolmetscher stand den ganzen Tag bei uns, während wir arbeiteten. Am Abend ging es zurück zum Apartment wo uns der “Big-Boss“ für ein Gespräch erwartete. Er redete lange um den heissen Brei herum und meinte: „da die Tradition hier nicht bekannt ist, sei es viel zu gefährlich für uns, und er habe Angst das uns etwas zustösst und unser Visa sei so oder so nicht zulässig“. Erst bot er uns an wir sollen auf seine Kosten zurück nach Deutschland fliegen, dann besorge er uns richtige Visen und würde und richtig Anstellen.

Wir machten ihm klar, dass das definitiv nicht in unserem Sinn sei und wollen Klartext.

Er meinte er könne uns in dem Apartment nicht registrieren und mit den Visen können wir nicht weiter für ihn arbeiten, aber er bezahle uns eine Woche lang ein Hotel und am Freitag hätten wir einen Termin beim Konsul. Das Auto hole uns morgen um 12.00 Uhr ab und chauffiert uns zum Hotel. Das ganze half unserer Verwirrung nicht viel weiter. Wieso sollten wir einen Termin beim Konsul haben und warum bezahlt er uns ein Hotel, wir haben doch gerade mal einen halben Tag für ihn gearbeitet. Aber egal, gegen das Angebot war nichts einzuwenden.

Sie verabschiedeten sich und verliessen die Wohnung. Wieder standen wir völlig planlos und leicht verwirrt da. Naja, mal abwarten, dachten wir und bereiteten uns ein fettes Abendessen mit den Resten aus dem Kühlschrank zu. An diesem Abend mussten wir wieder mal sehr viel “ gedacht “ haben, denn am nächsten Morgen brummten uns wieder einmal tierisch die Schädel.

 

Da sassen wir nun in einem 3 Sterne Hotel mit Frühstück und warteten auf Freitag, vielleicht kann uns der Konsul ja aufklären. Den Konsul trafen wir nicht, aber sein Stellvertreter empfing uns, doch auch er wusste nicht was los war, fand es aber auch lächerlich, dass es für uns zwei zu gefährlich sei. Er kenne aber noch einen deutschen Ingenieur der eventuell Arbeit für uns hätte.

Am selben Abend fuhren wir mit Chris (Ingenieur) auf ein Dorf ausserhalb von Novosibirsk wo er gerade eine Banja (Sauna) am Bauen war und ein Freund von ihm wohnte. Viktor, der schon einmal acht Jahre in Deutschland gelebt hat.

Viktor ist 54 und handelt mit Diesel, lebt in einer kleinen Hütte, welche mit einem Ess- und Schlafzimmer ausgestattet ist. Fliessend Wasser gibt es nicht!!

Wir Verbrachten den Abend bei Viktor, der von uns total begeistert war.

Er erwähnte das ein Freund  von ihm ein kleines Häuschen auf dem  Nachbargrundstück hätte wo wir schlafen könnten und er hätte noch ein kleines Projekt für uns: Eine Sauna auf Kufen damit sie im Winter mobil ist. Da wir aber Jung sind müssen wir spannende Dinge erleben, meinte er fast etwas Euphorisch.

Und wenn wir zwischendurch noch etwas Zeit hätten könnten wir an der Sauna bauen.

So kam es, dass wir ca. 2 Wochen mit Viktor verbrachten, immer wieder Ausflüge machten z.B. Fuhren wir 4 Tage nach Scheregesch, ein Kurort am Anfang des Altaigebirges zum Skifahren, besuchten   Freunde, besichtigten sein Firma, durften mit seinem 40-Tonner durchs Dorf ballern und vieles mehr.

Es waren auf jeden Fall 2 sehr interessante Wochen! Am Ende brachten wir es tatsächlich noch hin seine mobile Sauna zu bauen.

 

 

Nun hieß es Abschied nehmen, denn wir mussten das Versprechen von Tjuschefka einhalten.

Obwohl wir uns ziemlich darauf freuten, graute es uns auch davor.

Nachdem was er schon alles für uns getan hatte bezahlte er uns auch noch die Tickets nach Tjuschefka zurück!! Und selbstverständlich kamen wir auch bei Viktor nicht ohne eine Flasche Samagon und jede Menge Proviant davon.

Damit wir nicht 3 Tage am Stück fahren mussten, beschlossen wir in Ekaterienburg noch einmal einen Zwischenstopp zu machen.

 

Zurück in Tjuschefka wurden wir von Natalias Eltern wieder herzlichst Empfangen.

Am nächsten Morgen fingen wir gleich mit dem Abbund des Daches an und im Verlauf des Tages reiste auch Natalia wieder zu, was die Verständigung mit den Eltern um einiges vereinfachte.

Mein Reisekamerad und Ich hatten bis zum Schluss Zweifel ob unser Plan gelingt, denn es ist gar nicht mal so einfach sich alles aus den Fingern zu saugen und das Ganze noch, ohne abwertend zu klingen, auf russische Art und Weise hinzukriegen. Zum Glück war mein Reisekamerad in Mathe fitter als ich...

Aber ich will euch gar nicht weiter mit Details langweilen.

Nach einer Woche haben wir es mit biegen und brechen hingekriegt das Dach aufzurichten und bei teils 60 Km/h Windstärke mit Blech einzudecken. Erstaunlicherweise viel nur ein Blech dem Wind zum Opfer.

 

 

Unseren letzten Abend genossen wir selbstverständlich mit russischer Hausmannskost von Mutti und selbstgemachtem Wein von Vaddern, bevor es zurück nach Moskau ging von wo aus wir direkt nach München flogen.

 

Ob die Idee klug war im Winter, in Kluft nach Russland zu reisen? Ich bezweifle es, trotzdem war es der interessanteste Trip meiner Wanderschaft.

Um all dies in einem Satz zu formulieren: Es gibt die Welt und es gibt Russland...

 

F.V.D. Benjamin Lutz 2015